clipdealer verkapselte vitamineVerjüngende Cremes, hautglättende Seren – bei Kosmetika wird immer wieder nach neueren und besseren Wirkstoffen gesucht. Was zeichnet sie aus, was müssen sie können?

Während man für die Hautglättung oder die Erhöhung der Hautfeuchte als kosmetische Wirkung schon mit Basispräparaten Einiges erreichen kann, bedarf es  zur Erhaltung der Haut-Elastizität, der Prävention und Behandlung von Fältchen inklusive Straffung der Haut besonderer Wirkstoffe.

Wirksames Zusammenspiel: Hier ist nicht nur das Zusammenspiel der chemischen Struktur einzelner Substanzen von Bedeutung - und das ist durchaus auch bei allen pflanzlichen Rohstoffen der Fall  - sondern auch die sinnvolle Konzentration sowie der Transport und die Freisetzung von Wirkstoffen. So kann die Dosierung einzelner Wirkstoffe durchaus niedrig sein – bei Vitaminen kann Überdosierung sogar Irritationen oder gegenteilige als die gewünschten Effekte auslösen. Entscheidend für die Wirkungsentfaltung ist aber auch der richtige Transport in die Hautschichten. High-Tech-Wirkstoffe, Vitamine beispielsweise, lassen sich, je nach dem, ob sie öl – oder wasserlöslich sind, chemisch verändern und in Liposome bzw. Nanopartikel einkapseln. Nur in diesem speziellen Trägersystem können sie die äußerste Hautschicht durchdringen und danach enzymatisch gespalten werden. Effekte wie Hautglättung oder Radikalfänger sind also nur durch derartig verpackte Wirkstoffe möglich. Vitamine, die an der Hautoberfläche haften bleiben, können indessen nicht allzuviel ausrichten. Durch nanotechnologische Verfahren werden Vitamine jedoch zu Power-Paketen.

Liposomal verkapselt: Ähnliches gilt für Petpide, Pflanzenextrakte oder die vielgepriesene Hyaluronsäure. Verbleibt diese feuchtigkeitsbindende Substanz an der Hautoberfläche, bewirkt sie zwar sehr wohl ein ebenmäßiger erscheinendes Hautbild, da sie kleine Fältchen zu kaschieren vermag. Ihre eigentliche Wirkung, das Anlegen eines Feuchtigkeitsdepots in den unteren Hautschichten ist aber nur durch liposomal verkapselte Hyaluronsäure möglich. Allerdings darf man sich die Transportpartikel nicht so vorstellen, dass sie ungehindert durch das Stratum corneum (oberste Hautschicht) wandern.  Das Gegenteil ist der Fall: Die Membrane, feine durchlässige Wände, der Transportpartikel verschmelzen mit den Barriereschichten der Haut und machen sie aufgrund der Veränderung ihrer Zusammensetzung durchlässiger. Die Barriere wird sozusagen auf Durchlass geschaltet und lässt die Wirkstoffe passieren. Dabei ist weniger die Größe der Partikel entscheidend, letztendlich entscheidet allein die Art und Konzentration der verwendeten Membranbestandteile darüber, wie durchlässig die Barriereschichten werden.

En wichtiger Gesichtspunkt ist nicht nur die Wirkung einzelner, sondern auch das Zusammenspiel mehrerer Stoffe. Dabei können die einzelnen Stoffe durchaus unspektakulär sein, während die Mischung etwas völlig Neues darstellt.

Ein Stoff - viele Einsatzzwecke: Viele der High-Tech-Wirkstoffe lassen sich für unterschiedliche Zwecke einsetzen: niedrig dosiertes liposomales Vitamin-C-Phosphat hat Radikalfänger-Eigenschaften, regt die Kollagensynthese an, kann aber auch gegen Hyperpigmentierungen (z. B. nach Laserbehandlungen) erfolgreich verwendet werden. Der zugrunde liegende Liposomengrundstoff ist bei Verhornungsstörungen, unter anderem auch bei dadurch bedingter Akne, wirksam.

Mit freundlicher Genehmigung von Dr. Hans Lautenschläger