shutterstock woman over 35Welche Wirkstoffe stecken in den besten Cremes ? Von A wie Aloe Vera bis Z wie Zink

In gehobenen Kosmetika stecken viele Wirkstoffe. Wie sie wirken, steht aber oft nicht auf der Verpackung. "Doch auch wer kein Chemiker, Kosmetiker oder Hautarzt ist, kann mit Hilfe der sogenannten INCI-Liste, die International Nomenclature of Cosmetic Ingredients, Informationen über das Schönheitsprodukt bekommen", erläutert Kerstin Brockmann vom Bundesverband deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel (BDIH) in Mannheim.
Das Register listet die häufigsten in kosmetischen Mitteln verwendeten Stoffe mit ihren chemischen Bezeichnungen sowie deren Wirkung auf. "Mit etwas Know-how kann auch der Laie recht schnell beurteilen, ob das Produkt, das er verwendet, hält, was es verspricht."
Was in der jeweiligen Creme, Serum oder Maske steckt, findet sich auf der Verpackung oder auf dem Etikett.  Die Grundlage jedes Kosmetikprodukts bilden Basisstoffe. Sie stehen im oberen Drittel der Zutatenliste. Die Wirkstoffe befinden sich im Mittelfeld der Liste. Sie werden verwendet, wenn neben der generellen Pflege spezielle Effekte erwünscht sind – wie Fältchen glätten, die sensible Haut beruhigen oder Pickel verhindern. Je höher die Konzentration der Wirkstoffe, desto weiter oben rangieren sie auch auf der INCI-Liste. Hier ein  kleiner Überblick der gängigsten Wirkstoffe:

Aloe Vera Barbadensis Miller  - kurz Aloe Vera:  wird sehr vielseitig eingesetzt. In Cremes mildert sie Hautirritationen, spendet Feuchtigkeit und unterstützt den Regenerationsprozess der Haut. In konzentrierter Gelform lindert sie auch gerötete, entzündete Haut.


Aminosäuren sind die kleinsten Bestandteile eines Proteins. "Proteine sind sowohl für den Aufbau als auch für den Stoffwechsel des Körpers von großer Bedeutung", sagt der Kölner Hautarzt Hans-Georg Dauer, Mitglied im Bundesverband der Deutschen Dermatologen. Bei der Hautpflege heißt das konkret, Proteine und ihre Bausteine, die  Aminosäuren, unterstützen als Inhaltsstoffe von Cremes die Regeneration.


Ceramide dienen der Barrierefunktion der Epidermis (oberste Hautschicht). Ceramide sorgen hier dafür, dass die Haut einerseits keine Feuchtigkeit verliert und andererseits keine Schadstoffe eindringen können. Verschiedene Wirkstoffe wiederum können eingekapselt in Ceramiden die Epidermis durchdringen. In Cremes gleichen die Stoffe einen Mangel an hauteigenen Fetten aus.


Glycosphingolipide (GSL): darunter versteht man eine Gruppe von Lipiden, die am Aufbau von Zellmembranen beteiligt sind. Sie enthalten einen Ceramid-Anteil, und einen Kohlenhydratanteil. Fazit: mit Hilfe der GSL können Wirkstoffe ebenfalls in die tieferen Hautschichten eingeschleust werden. 


Hordeum vulgare: das Weizenkeimextrakt wirkt geschmeidig und weichmachend und wird daher gerne für Gesichtscremes aber auch Haarpflegeprodukte verwendet. Es schützt die Haut vor schädigenden Einwirkungen durch äußere Einflüsse.


Hyaluronsäure oder Glycosaminoglycan ist ein wichtiger Bestandteil des Bindegewebes. "Sie ist für die Wasserbindungsfähigkeit der Haut verantwortlich und kommt in der Oberhaut und darunter gelegenen Bindegewebsschichten vor", so Dr. Dauer. Dieser Inhaltsstoff könne das Hautbild glätten. Als Gel gespritzt mindere es sogar über Monate die Faltenbildung. Bio-Hyaluronsäure wird als Feuchtigkeitsspender mit Hilfe von Mikroorganismen aus Weizen gewonnen.


Panthenol (Dexpanthenol oder D Panthenol ) ist die stabilere Form des B-Vitamins Pantothensäure. In Hautpflegepräparaten sorgt es für eine verbesserte Hautfeuchtigkeit, indem es tief in die unteren Hautschichten eindringt und dort Wasser bindet. Panthenol  fördert den Energiestoffwechsel der Hautzellen und deren optimale Ernährung. Es regt, ähnlich wie das Vitamin A, die Teilung der Hautzellen an. 


Peptide beeinflussen die körpereigenen Mechanismen und bauen die Haut von innen heraus wieder auf. "Peptide passieren die äußere Hautschicht und erreichen die darunterliegende Dermis, in der Kollagen produziert wird", erläutert Birgit Huber vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel in Frankfurt am Main. "Sie sind der neueste Trend in der Anti-Aging-Kosmetik."
Spezielle Amino-Peptide signalisieren dem Körper, er muss mit der Reparatur der Haut beginnen. Ihre kosmetische Wirkung wurde zufällig während Studien zur Wundheilung entdeckt. Sie fördern die Bildung von Elastin und Kollagen. "In der Gesichtspflege werden Amino-Peptide mit verschiedenen Vitaminen wie A, C, E oder Pro-Vitamin B5  sowie anderen Pflegestoffen kombiniert", sagt Huber. "Diese Wirkstoffkomplexe stimulieren die verlangsamte Regeneration der reifen Haut."


Retinol ist ein weiteres wichtiges Antioxidans, das vor freien Radikalen schützt. Es kommt in Milchprodukten, Karotten, Aprikosen, Paprika und Fischöl vor, erläutert Dermatologe Dauer. Als Kosmetikprodukt wird es zum Schutz vor Umweltbelastungen aufgetragen. Außerdem helfe es, die Faltentiefe zu mindern.


Salycylsäure: wirkt bei unreiner Haut. Außerdem erhöht es die Wirkung anderer Stoffe. Und sie hilft, Hornhaut an besonders belasteten Hautstellen wie beispielsweise den Füßen abzutragen. Der Wirkstoff wird auch bei chemischen Peelings zur Glättung der Gesichtshaut eingesetzt.


Zinkoxid: Die chemische Verbindung aus Zink und Sauerstoff wirkt antiseptisch und desinfizierend. Der Stoff unterstützt die Wundheilung und -pflege. Denn Zink fördert bei Hautverletzungen den Wundverschluss, da es eine Art Klebstoff bildet. In Pflegecremes verleiht es zusätzlich einen leichten Schimmereffekt.